
Das Restless-Legs-Syndrom ist eine neurologische Erkrankung, die durch Bewegungsdrang in den Beinen meistens in Verbindung mit Missempfindungen, Verstärkung der Beschwerden abends, in der Nacht und in Ruhe sowie Besserung der Beschwerden durch Bewegung charakterisiert ist. Die sensomotorischen Symptome können zu schweren Schlafstörungen führen. Diese sind meistens auch der Grund für die Betroffenen, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Bedeutende Kriterien für das Restless-Legs-Syndrom sind:
1. Ein Bewegungsdrang der Beine, gewöhnlich begleitet von oder verursacht durch ein unbehagliches und unangenehmes Gefühl in den Beinen. Manchmal besteht der Bewegungsdrang ohne das unangenehme Gefühl und manchmal sind auch die Arme oder andere Körperregionen zusätzlich zu den Beinen betroffen.
2. Der Bewegungsdrang oder die unangenehmen Gefühle beginnen oder verschlechtern sich während Ruhezeiten oder bei Inaktivität wie Sitzen oder Liegen.
3. Der Bewegungsdrang oder die unangenehmen Gefühle werden durch Bewegung, Laufen oder Dehnen teilweise oder vollständig gebessert, zumindest solange, wie diese Aktivität andauert.
4. Der Drang, sich zu bewegen, oder die unangenehmen Gefühle sind am Abend oder Nachts schlimmer als während des Tages oder treten ausschließlich am Abend oder Nachts auf. Wenn die Symptome sehr stark sind, kann es sein, dass die Verschlechterung in der Nacht nicht mehr bemerkbar ist, aber sie muss früher einmal bestanden haben.
Restless-Legs-Syndrom: Unterstützende Kriterien für die Diagnose
Familienanamnese:
Restless-Legs-Syndrom: Klinischer Verlauf:
Der Verlauf der Erkrankung kann erheblich variieren. Bei Auftreten der Symptome vor dem 50. Lebensjahr ist der Verlauf häufig schleichend. Bei Auftreten der Symptome nach dem 50. Lebensjahr zeigt der Verlauf in der Regel ein schnelleres Fortschreiten. Bei manchen Patienten kann das Restless-Legs-Syndrom zeitlich versetzt auftreten oder für mehrere Jahren spontan ausbleiben.
Restless-Legs-Syndrom: Schlafstörungen
Ein- und Durchschlafstörungen sind ein wichtiges Begleitsymptom des Restless-Legs-Syndrom, das in der Behandlung spezieller Aufmerksamkeit bedarf. Für die Patienten sind sie meistens der Grund, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Restless-Legs-Syndrom: Körperliche Untersuchung:
Die körperliche, vor allem die nervenärztliche Untersuchung ist meistens unauffällig und trägt zur Diagnosestellung nicht bei, mit der Ausnahme der Erkennung von sekundären Ursachen des Restless-Legs-Syndrom. Die Untersuchung des Eisenstatus ist empfohlen, da ein Eisenmangel als möglicher Auslöser eines Restless-Legs-Syndrom leicht zu behandeln ist.
Restless-Legs-Syndrom: Therapeutische Möglichkeiten:
L-Dopa oder niedrige Dosen von Dopaminagonisten
Ausreichend körperliche Bewegung, Laufen, Dehnen, um die unangenehmen Gefühle und den Bewegungsdrang positiv zu beeinflussen.
Da die meisten Patienten wegen extremer Ein- und Durchschlafstörungen die ärztliche Hilfe aufsuchen, muss neben der medikamentösen und symptomatischen Behandlung eine spezielle Aufmerksamkeit auf die Ein- und Durchschlafstörungen gerichtet werden. Dazu eignen sich zum Beispiel Autogenes Training, progressive Muskelrelaxation nach Jacobson sowie Imaginationsübungen. Insbesondere sollten aufputschende Mittel wie Nikotin, Koffein, Teein am späten Nachmittag streng gemieden werden. Auch Mahlzeiten nach 17.00 Uhr sollten nicht mehr eingenommen werden, insbesondere keine schwer verdaulichen Speisen sowie Süßigkeiten.
Restless-Legs-Syndrom: Therapiemöglichkeiten in unserer Klinik:
Neben den schon oben erwähnten Therapiemöglichkeiten werden die aus der vorliegenden Krankheitssymptomatik resultierenden bio-psycho-sozialen Folgeerscheinungen erfasst und einzel- sowie gruppentherapeutisch angegangen. Das Erlernen von Entspannungsverfahren und die Regelmäßigkeit zwischen Aktivitäts- und Ruhephasen sind optimal geeignet, das Restless-Legs-Syndrom positiv zu beeinflussen.
Literatur:
M. Hornyak, D. Riemann,
Freiburg i.R. Somnologie 2001; 5:159-162
Juliane Winkelmann und Claudia Trenkwalder: Das
Restless-Legs-Syndrom, Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH,
Wiesbaden, Jahrgang 16, Ausgabe 6/2002 extracta
psychiatrica
Dr. med. B. Keller
Abteilung Psychotherapie und Psychosomatik
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Aktualisiert am 08.06.2011